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Russischer Zupfkuchen: glutenfrei & vegan genießen

Veränderungen machen den meisten Menschen keine Freude, oft werden sie sogar als beängstigend empfunden. Wir Menschen sind im Großen und Ganzen ziemliche Gewohnheitstiere – Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Doch meistens sind wir bestrebt, eine gewisse Grundordnung beizubehalten. Das hat mit der Struktur unseres Gehirns zu tun, das es als oberste Priorität ansieht, uns vor Gefahren zu beschützen. Egal, ob das ein Säbelzahntiger oder ein neues Hobby ist. Veränderungen mag unser Gehirn nicht, denn Veränderungen sind für es nun einmal äußerst unangenehm und geradezu bedrohlich. Gegen das Verändern von Rezepten hat unser Gehirn glücklicherweise wenig Einwände. Ohne Ausprobieren und Änderungen gäbe es keine neuen Rezepte, was jammerschade wäre. Russischer Zupfkuchen begleitet mich zum Beispiel schon seit meiner Kindheit und das Rezept von damals hat sich im Lauf der Zeit mehr als einmal verändert.

Russischer Zupfkuchen
Glutenfrei & ohne industriezucker

Dass vollwertige Kuchen nicht „gesund“ schmecken müssen, beweist dieses Rezept – dieser Russische Zupfkuchen ist glutenfrei und wird mit Agavensirup gesüßt. Somit ist der Kuchen vielleicht nicht im klassischen Sinn „gesund“. Doch er ist definitiv gesünder als die Version mit Weißmehl, raffiniertem Zucker & Co. Und schmeckt einfach cremig-schokoladig-gut. Probiert es einfach mal aus!

Als ich begonnen habe, mich glutenfrei zu ernähren, gab es natürlich jede Menge Veränderungen. Anfangs fiel es mir noch schwer, ohne Weizen und Dinkel auszukommen, die mich schließlich die längste Zeit meines Lebens begleitet haben. Ich habe daher gerade in der ersten Zeit viel in der Küche experimentiert, da klar war, dass ich auf bestimmte Backwerke keinesfalls verzichten möchte: Russischer Zupfkuchen gehört auf jeden Fall zu den Kuchen, die ich nicht missen will.

Dieser Kuchenklassiker begleitet mich halt gefühlt schon ewig und ich könnte mir vorstellen, dass Russischer Zupfkuchen auch zu euren Lieblingen gehört?

So mischt ihr euer glutenfreies Mehl selbst

Bevor es ans Rezept geht, möchte ich euch noch erzählen, worauf es ankommt, wenn man seine Mehlmischung selbst zusammenstellen möchte. Es gibt natürlich viele glutenfreie Mehlmischungen fix und fertig zu kaufen. Doch ich mische mein Mehl fast immer selbst, um auf diese Weise die spätere Konsistenz und auch den Geschmack des Backwerks besser beeinflussen zu können. Denn es macht einen Riesenunterschied, ob ihr mit Buchweizenmehl oder Reismehl backt. Außerdem landen dann auch nur die Bestandteile in meiner Mehlmischung, die ich gut finde. Das A und O beim glutenfreien Backen ist also die Mehlmischung und das richtige Mischungsverhältnis der einzelnen Bestandteile. Los geht’s:

  • Ihr braucht ein glutenfreies Basismehl, das ungefähr 2/3 der Mischung ausmachen sollte. Am liebsten verwende ich Buchweizenmehl, Reisvollkornmehl oder Hafermehl. Diese Mehlsorten sind vollwertig und euer Teig wird somit in der Regel etwas dunkler.
  • Wenn ihr einen helleren Teig bevorzugt, verwendet eine andere Mehlsorte. Gut geeignet ist normales Reismehl, also die Auszugsvariante. Auch Goldhirsemehl ist fantastisch.
  • Dann benötigt ihr noch Stärkemehl, das 1/3 eurer Mehlmischung ausmacht. Ich verwende gern Maisstärke, doch auch Kartoffel- oder Tapiokastärke eignen sich gut.
  • Und zu guter Letzt braucht eure Mehlmischung ein Bindemittel, z. B. Guarkernmehl oder Johannisbrotkernmehl. Auch Xanthan Gum oder gemahlene Flohsamenschalen sind super geeignet, um dem späteren Teig die nötige Bindung zu geben. Je nach verwendetem Bindemittel und Mehlmenge verwende ich zwischen einem und vier Teelöffeln.

Für diesen veganen Russischen Zupfkuchen stelle ich die Mehlmischung aus Vollkornreismehl, gemahlenen Haferflocken und Maisstärke her. Die Haferflocken mahle ich im Food-Processor selbst, doch ihr könnt natürlich auch fertiges Hafermehl kaufen. Solltet ihr keines bekommen, weicht einfach auf gemahlene Mandeln aus – auch diese passen geschmacklich und von der Konsistenz her super. Und nun: Viel Spaß beim Nachbacken!

Glutenfreier Russischer Zupfkuchen

Vorbereitung: 30 Minuten
Backzeit: 50 Minuten
Gesamtzeit: 1 Stunde 20 Minuten
Portionen: 12 Stücke (Ø 24 cm Springform)

Zutaten

Für den Teig:

  • 75 g glutenfreie Haferflocken
  • 100 g Reisvollkornmehl
  • 25 g Maisstärke
  • 1 TL Guarkernmehl
  • 30 g Kakaopulver
  • 60 ml Agavensirup
  • 65 g Kokosöl (zimmerwarm)

Für die Füllung:

  • 500 g pflanzlicher Jogurt (Soja-Jogurt oder Mandel-Jogurt)
  • 50 g Cashewkerne (alternativ: Mandeln)
  • 150 ml Wasser
  • 65 ml Agavensirup
  • 60 g Kokosblütenzucker (alternativ: Rohrohrzucker)
  • 45 g Speisestärke (Maisstärke)
  • 40 g Kokosöl
  • 1/2 TL gemahlene Vanille

So geht es

Für den Teig:

  • Die Haferflocken im Food-Processor zu grobem Mehl mahlen. Zusammen mit Reisvollkornmehl, Maisstärke, Guarkernmehl und Kakaopulver in eine Schüssel geben. Agavensirup und Kokosöl hinzufügen und mit den Händen rasch zu einem bröseligen Teig kneten.
  • Den Boden der Springform mit etwas Kokosöl einfetten oder mit Backpapier belegen. Von der Teigmenge ungefähr 2/3 in die Form geben und mit den Händen flach auf den Boden drücken. Dabei einen ca. 3 cm hohen Rand formen. Den Boden mit einer Gabel ein paar Mal einstechen und die Springform bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen. Den restlichen Teig ebenfalls im Kühlschrank aufbewahren.
  • Den Backofen auf 175° Ober- und Unterhitze vorheizen.

Für die Füllung:

  • Die Cashewkerne mit 150 ml Wasser im Food-Processor mixen, bis eine cremige Cashewsahne entsteht.
  • Das Kokosöl in einem kleinen Töpfchen bei niedriger Temperatur auf dem Herd schmelzen lassen.
  • Alle Zutaten für die Füllung mit der Cashewsahne und dem flüssigen Kokosöl in eine Schüssel füllen. Mit einem Handmixer alle Zutaten aufschlagen, so dass eine glatte Creme entsteht. Alternativ alle Zutaten in einem Mixer gründlich vermengen.
  • Die Füllung nun in die Springform gießen. Den restlichen Teig zu Streuseln formen und auf die Füllung krümeln. Den Kuchen auf mittlerer Schiene 45–50 Minuten backen. Nach der Backzeit zunächst in der Form abkühlen lassen. Dann für mindestens zwei Stunden im Kühlschrank fest werden lassen, bevor der Kuchen aus der Form gelöst und angeschnitten wird.

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